Institut für Deutsch als Fremdsprache
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Arbeits- und ausbildungsintegrierte Sprachförderung in hessischen Unternehmen

Ziele

Im Rahmen des Projekts AiS-Hessen (Arbeits- und ausbildungsintegrierte Sprachförderung in hessischen Unternehmen) soll das arbeits- und ausbildungsintegrierte Sprachlernen in der beruflichen Ausbildung hessischer Unternehmen breit verankert werden. Hierfür werden von der Fachstelle für Berufsintegriertes Sprachlernen der FRAP-Agentur Frankfurt (FaberiS) sowohl Lehrkräfte an beruflichen und berufsbildenden Schulen als auch betriebliches Ausbildungspersonal (Praxisanleiter/-innen, Ausbilder/-innen) für die sprachsensible und sprachförderliche Gestaltung von Unterricht und Ausbildung qualifiziert. Zuerst werden nach einem kaskadierenden Modell 12 Dozent*innen ausgebildet, die dann wiederum ca. 500 Sprachförderlehrkräfte weiterbilden werden, die wiederum an alle hessischen Berufsschulen und ausbildende Unternehmen für Altenpflege eingesetzt sind.


Konzept

Als Grundlage wurde das FaberiS-Konzept für die Weiterbildung zur „Sprachförderkraft für berufsintegriertes Sprachlernen“ herangezogen. Es wurde durch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen auf die Formate Unterricht resp. berufliche Praxis für die beiden Zielgruppen „Lehrkräfte“ und „Praxisanleiter/-innen und Ausbilder/-innen“ angepasst und ein Kompetenzprofil für Sprachförderkräfte für arbeits- und ausbildungsintegriertes Sprachlernen erstellt. Daneben wurde ein Moderationstext erstellt, der den Fortbildungsablauf im Einzelnen für Dritte nachvollziehbar und umsetzbar darstellt und den FaberiS-Dozent/-innen zur Verfügung gestellt wird. Er dient vorrangig der Qualitätssicherung und der Absicherung, dass die Fortbildungen weiterhin und von allen Schulungskräften einheitlich nach dem FaberiS-Verfahren – unter Berücksichtigung aller bewährten Aspekte – durchgeführt werden.

In der Fortbildung erarbeiten sich die Teilnehmenden professionelle Methoden und Strategien, um die fachlichen Lernprozesse sprachförderlich zu gestalten. Ausgehend von Ihren muttersprachlichen Kompetenzen erwerben sie die spracherwerbstheoretischen Kenntnisse, um die Lernenden am Arbeitsplatz und im Unterricht sprachlich zu unterstützen. Sie erweitern ihr didaktisch-methodisches Spektrum und lernen anhand authentischer Materialien Methoden kennen, wie sie den fachlichen Lernprozess systematisch sprachsensibel und sprachförderlich gestalten können. Dabei werden die theoretischen Inhalten und die praktische Umsetzung am Arbeitsplatz bzw. im Unterricht eng miteinander verflochten: Bereits während der Qualifizierung können die Teilnehmenden eine eigene Sammlung berufsspezifischer Sprachfördermaterialien erstellen und erproben.

Das Ziel der Fortbildung besteht v.a. darin, dass die Teilnehmenden Sprachlernprozesse am Arbeitsplatz resp. im Unterricht anbahnen und begleiten können und auf diesem Weg Lernende mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen während der fachlichen Qualifizierung oder Ausbildung individuell und systematisch beim Aufbau fach- und bildungssprachlicher Kompetenzen unterstützen.
Die Fortbildung umfasst 4 zweitägige Workshop-Module und 3 Reflexionstreffen. In den Workshop-Modulen erwerben die Teilnehmenden die erforderlichen spracherwerbstheoretischen und methodisch-didaktischen Kenntnisse. In jedem Modul haben sie Gelegenheit, eine eigene Qualifizierungssequenz zu entwickeln, die in der Folgezeit am Arbeitsplatz bzw. im Unterricht erprobt, bei Bedarf durch eine individuelle Praxisbegleitung unterstützt und in den Reflexionstreffen ausgewertet werden kann. Die individuelle Begleitung kann in Form von Hospitationen, Unterstützung bei der Vor- /Nachbereitung oder Auswertung oder (telefonischer) Beratung erfolgen.

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Wissenschaftliche Begleitung


Um die Wirksamkeit der im Projekt angewandten Qualifizierungsverfahren zu überprüfen, sollen anhand von formativen und summativen Elementen die unterschiedlichen Dimensionen der Qualitätssicherung für Sprachbildungsmaßnahmen erfasst werden. Neben dem vorhandenen Ausbildungskonzept soll dessen Multiplikation in Fortbildungsveranstaltungen und dessen praktische Umsetzung in den verschiedenen Ausbildungskontexten formativ evaluiert werden. Hierfür werden Instrumente der teilnehmenden Beobachtung und Interviews mit 10 Lehrkräften eingesetzt. Die Ergebnisse sollen in die Ausgestaltung weiterer Multiplikationsmaßnahmen zurück fließen. Die Wirksamkeit des Konzepts auf die sprachlich-kommunikative Entwicklung der Auszubildenden soll anhand von einem Pre-Post-Test-Design mit je zwei Klassen Altenpfleger und Altenpflegerhelfer überprüft werden. Zusätzlich finden Hospitationen im Unterricht und eine Dokumentation anhand von Schülerportfolios statt.